„Die heilsame Kraft der Meditation!" Sehenswerter Film von Arte Doku

Immer mehr klinische Studien zeigen, dass Meditation einen positiven Einfluss auf unser Gehirn und unsere Gesundheit hat. Die Wissenschaft hat erste Antworten auf die Frage, inwiefern die mentale Praxis tatsächlich wirksam bei Schmerzen, Depressionen oder Ängsten ist. Könnte die Meditation dabei helfen, bestimmte Krankheiten zu heilen beziehungsweise uns ganz vor ihnen zu bewahren? Genau das untersucht die Doku „Die heilsame Kraft der Meditation“ auf Arte. Wissenschaftler und Mediziner erklären die komplexen physiologischen Zusammenhänge zwischen dem meditierenden Gehirn und dem Organismus.
Der Film  ist gespickt mit aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen von Neurologen, Psychiatern, Molekularbiologen, Ärzten sowie Erfahrungsberichten von Meditierenden.

Dank diesen neuen Erkenntnissen hält Meditation in Europa und den USA Einzug in den Krankenhausalltag. Meditation wird begleitend eingesetzt bei der Behandlung von Depressionen, Angststörungen oder bei chronischen Schmerzen. In den USA bieten heute bereits mehr als 250 Kliniken und Krankenhäuser Meditationseinführungskurse für Ihre Patienten an.

Meditation und Depressionen

Christophe André ist Psychiater und Psychotherapeut am Hôpital Sainte-Anne in Paris und gilt als einer der renommiertesten Psychologen Frankreichs. Als einer der Ersten setzt er nun schon seit zehn Jahren Meditation bei Patienten ein – begleitend oder alternativ zu Medikamenten und Psychotherapie. Gerade bei der Behandlung von chronischen Depressionen und Angststörungen konnte er mit Meditation die größten Erfolge erzielen: „Wenn Personen, die zu Depressionen neigen, meditieren lernen, sinkt ihr Rückfallrisiko in den Folgejahren beträchtlich. Ihre Wirkung ist vergleichbar mit Antidepressiva.“

Meditation und Schmerzen

Der Neurologe Dr. Antoine Lutz vom neurowissenschaftlichen Forschungszentrum am INSERM in Lyon zeigt in Studien auf, dass Meditation bei chronischen Schmerzen hilft: “Meditation verändert unser Verhältnis zum Schmerz, nicht den Schmerz an sich.“ Die Schmerzen wurden als weniger intensiv und weniger unangenehm empfunden.

Meditation und Alzheimer

Der US-amerikanische Psychologe und Hirnforscher Dr. Richard Davidson von der University of Wisconsin in Madison und sein Team haben herausgefunden, dass Meditieren zu Stressreduktion führt, aber vor allem das Immunsystem stärkt und hilft Entzündungsreaktionen zu reduzieren. Er sagt: „Entzündungen sind eine Komponente von vielen chronischen Erkrankungen. Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Arthritis und sogar dementielle Erkrankungen wie Alzheimer. Bei allen spielen Entzündungen eine zentrale Rolle. Und vieles spricht dafür, dass Meditation entzündungshemmend wirken kann, indem sie bestimmte entzündungsfördernde Stoffe herunterfährt.“

Meditation und Zellalterung

Forscher des Shamatha-Projekts in den USA konnten bei Probanden nach nur drei Wochen intensiver Meditation Hinweise dafür finden, dass Meditation auch auf die Mechanismen der Biologie – der Zellalterung, Einfluss nimmt. Man geht davon aus, dass die Länge der Telomere (Chromosomenendkappen), ein Indikator für die Lebenserwartung der Zelle ist. Demnach altern Organismen schneller, wenn sie nicht über Telomerasen verfügen. Der Leiter des Shamatha-Projekts, der Neurologe Dr. Clifford Saron spitzt diese Erkenntnis noch weiter zu: „Damit steht die These im Raum, dass die Lebensdauer eines Menschen mit seiner Psyche zusammenhängen könnte, und zwar auf eine mechanistische Weise.“ 

„Wir haben die Vision, dass Meditieren irgendwann zum Alltag gehören wird wie Zähneputzen. Wir gehen achtsam mit unseren Zähnen um, indem wir sie täglich putzen und pflegen. Und genau so achtsam sollten wir mit unserer Seele und unserem Gehirn umgehen.“ – Richard Davidson

Wir alle können meditieren lernen.